Faker Faire

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10 Jahre SGMK Geburi-Festival "Faker Faire"

Notes and ideas

Alte Freunde zum einladen

  • Koelse? (die haben jetzt auch ein "secret space program"
  • openlab taipei

Gedanken zu...

Hoi Zäme! Also ich war bei der Geburt unseres Jubiläums-Themas zwar nicht dabei, aber seh das keineswegs negativ- ich finde es sogar grossartig und weil ich am Sa leider nicht mit von der Partie/Party sein kann, hier ein paar Gedanken dazu: (sorry vorab-kürzer kann und will ich mich nicht fassen ;))

-Make (als Zeitschrift gibts passenderweise seit ähnlich langem wie die SGMK-seit 2005 nämlich)

https://en.wikipedia.org/wiki/Make_%28magazine%29 

-Der Begriff des "Makers" hat sich seither seither gewandelt und nimmt nicht zuletzt mit den immer grösser und zahlreicher werdenden Maker Fairs Züge an, die sehr viel mit Vermarktung, wenn nicht gar mit Ausverkauf der Idee des DIY zu tun haben. In vielen Bereichen des DIY wird derzeit mit Equipment zu dessen Ausübung sehr viel Geld umgesetzt, während die Leute oft sehr wenig Zeit haben, um tatsächich selbst was damit zu produzieren, dass ihren eigenen Qualitätsansprüchen stand hält. (Wie viele famose Maker-Gadgets stauben wohl in geekigen Single-Haushalten vor sich hin, weil es doch einfach grad supercool ist, Teil einer noch relativ neuen Bewegung zu sein und auch mal beim Bier mit Kollegen erzählen zu können, das man was 3D-gedruckt, gelötet oder weiss der Geier was hat.)

Wenn man die Leute dann aber in den Workshops hat zeigt sich manchmal auch ganz real, wie schwierig es sein kann über längere Zeiträume wirklich dranzubleiben an Projekten, die einem einiges an Frustrationstoleranz handwerklicher wie geistiger Art abverlangen. Es darf auch durchaus darüber nachgedacht werden, wie das Verhältnis ist bei diesem Trend zum selbermachen, jedoch eigentlich keiner wirtschaftlichen Notwendigkeit dazu (das Selbstgemachte ist in unserem System oft genug teurer, als das Gekaufte) und wenig Zeit, wenn man einem 100%-Job nachgeht oder nachgehen muss.

(seht dazu auch bitte den unten verlinkten Artikel eines „Makers“ der ersten Stunde, der diese Entwicklung und die Kritikpunkte an selbiger gut und mit angenehmem Biss auf den Punkt bringt, wie ich finde)

http://www.makery.info/2015/03/31/gambiarra-la-culture-de-la-reparation/?lang=en

Zitat daraus >"And yet, we ended up in a world of newbie geeks assembling prefabricated kits of 3D printers, with which hipster designers-to-be (often the new-geeks themselves) can melt lots of plastic —which is hardly recyclable— into prototypes of new products, hoping to become rich and famous. Most such prototypes will never be used to anything at all, but their creators will anyway spam all over Facebook, Twitter and Instagram trying to convince us they are building our (better, in a way no one can precise) future. Who knows, they may be invited to do a “TED talk” or raise some buck on Kickstarter. Or at least become consultants for an international NGO willing to develop “technologies for education”. And there we go. Forget about hackers getting blisters in their hands as they struggle to become carpenters. Those times are gone. Sadly, the most important skill in the maker culture these days seems to be keeping a spreadsheet on Google drive with a business plan and a consistent strategy for social media PR. Numbers everywhere…“

-Der Begriff des Fake ist von mir aus gesehen ein treffendes Thema, weil wir doch alle bei unserem SGMK-Tun auf der Jagd nach immer neuen chinesischen Klonen zu günstigem Preis sind, die wir verbauen können. Die Mikro-Elektroindustrie enthält die Phänomene des „Make&Fake“ sozusagen als Komponente und Antriebskraft.

-Fake ist auch in künstlerischer Hinsicht ein interessantes Thema, wenn man an die technischen Machbarkeitsfantasien denkt, die unsere Kultur spätestens seit der Industrialisierung recht flächendeckend prägen. Solche Phantasien können anregend und unterhaltsam sein im Rückblick, wie in der Vorausschau der eigenen Machbarkeitsphantasien. Auch wenn die Machbarkeit in Frage gestellt ist oder scheitert, kann man sehr lustvoll dem Fake/ der Fiction hinterherhängen.

Siehe hierzu z.B. diese drei Titelblätter einer Zeitschrift, die man vermutlich als Vorgänger eines „Make Magazine“ bezeichnen kann: Alles sehr inspierierende „Fakes“ auf der Titelseite, oder? Damals konnte man sie noch nicht umsetzen-heute aber z.T. schon. Unsere Machbarkeitsfantasien, die pure Fiktion, der Bluff&Fake sind mit recht hoher Wahrscheinlichkeit das "Make-bare“ der Zukunft. :) Der Fake kann in diesem Sinne auch als der -evtl. recht unausgereifte- Prototyp gedacht werden, den man den Crowdfunders oder sonstigen Investoren als Lockmittel ums Maul schmieren muss, bevor man Geldmittel hat, um das „Make“ zu einem guten Ende, also zum funktionierenden Produkt zu bringen. (Was manchmal scheitert, wie man bemerkt, wenn man sich durch die dafür typischen Kickstarter-Platformen surft)


Da wir als SGMK ( Mit dem K für Kunst im Namen!!) durchaus ne kritische(re) Sichtweise auf den Maker-Boom haben können, als „start-up-affinere“ Kreise in dieser Stadt, gleichzeitig irgendwie sehr nah dran an diesen Phänomenen des Maker-booms sind ;) find ich das Thema regelrecht toll.

In diesem Sinne gutes weiter Brainstormen und ich bin gerne bei der Realisierung dabei Mitte nächstes Jahr!

Bye Anna